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Gereon Hoffmann in der Rheinpfalz über das Ditzner Lömsch Konzert bei Enjoy Jazz am 25.10.2015

„Ditzner ist ein Großmeister des Grooves. Er versteht es, kunstvoll mit den Klangmöglichkeiten seiner diversen Perkussionsinstrumente zu arbeiten. Das klingt stets filigran, zieht die Zuhörer aber auch unmittelbar in den Rhythmus hinein.“

„Was der aus Dudenhofen stammende Saxophonist und Klarinettist an Spielmöglichkeiten auf seinem Instrument beherrscht, ist schon verblüffend. Von wunderbar zarten Tönen über Hauchen, Rauschen, Brummen, bis hin zu exzessivem Brüllen und hysterisch überschlagendem Kreischen kann er die Grenzen des Machbaren ausloten.“

„Jede noch so feine Nuance bleibt hörbar.“

 

 

Die Rheinpfalz schreibt über „sonntag“ des Ditzner Twintetts und erlebt ein „Echtes Hörerlebnis“ (PDF)

Rainer Köhl über ein Konzert des Ditzner Lömsch DUOs in Speyer – erschienen in der Rheinpfalz am 16.11.2013 (PDF)


„…bei Crispell scheint bei all ihren Ausflügen in die Freiheit immer eine Melodie mitzuschwingen, auch wenn sie gar nicht gespielt wird.“
„Erwin Ditzner…explodiert hier förmlich und gibt keine Ruhe bis er jede Stelle seines Drum-Sets mit den Sticks markiert hat.“
„Sebastian Gramss zählt zu den deutschen Bassisten mit ungewöhnlichem Erfindungsreichtum“
Rolf Thomas, Jazzthetik

 

Georg Spindler schrieb für den Mannheimer Morgen über Free Flight:

…Die Begegnung des Ludwigshafener Schlagzeugers Erwin Ditzner und des Kölner Bassisten Sebastian Gramss mit der US-Pianistin Marilyn Crispell war einer der Glanzpunkte von Enjoy Jazz 2010...
…Im Zentrum des Albums steht aber das wunderbare „By My Side“, ein 17-minütiges Meisterwerk, das sich nach behutsam tastendem Auftakt jäh in orgiastische Höhen katapultiert – um dann wundersam in harmonische Sphären zu münden…
…Erwin Ditzner brilliert mit sensibler Reaktionsschnelligkeit und filigraner Polyrhythmik. Dieses Album wird seinen Ruf als Ausnahmemusiker bundesweit bekannt machen…

Holger Ströbel schrieb für das Haller Tagblatt über den Auftritt des Ditzner Lömsch Duos bei JazzArt Schwäbisch Hall:

Erst irritierend, dann begeisternd: Ditzner-Lömsch-Duo in Goethe-Mensa

Später Samstagnachmittag, die Sonne scheint, Sportschauzeit. In der Goethe-Mensa recken gut 100 Menschen die Hälse und schauen gebannt, woher diese seltsamen Töne kommen. Ein alter Plattenspieler dreht sich, Kneipengeschnatter und Vogelgezwitscher sind zu hören. Vorne steht ein Irrwisch, lässt Kopf und Klarinette rotieren, bläst Infernalisches. Ein Bärtiger setzt knochentrockene Beats darunter. Nach Musik klingt das noch nicht.

Eigentlich, sagt Dietmar Winter vom Haller Jazzclub, hätte man das Ditzner-Lömsch-Duo gerne kurz vor Mitternacht spielen lassen – in der Tiefgarage am Langen Graben. Schade, dass das nicht geklappt hat. Der Zusammenprall von Staub und Spinnweben im schummrigen Betongewölbe mit dem Sound der beiden Mannheimer, der weder mit Free Jazz noch mit Avantgarde zu beschreiben ist: Das wäre ein Musikerlebnis der besonderen Art gewesen.

Doch auch so schaffen es Schlagzeuger Erwin Ditzner und Multiinstrumentalist Lömsch Lehmann spielend, das Publikum erst zu irritieren und dann zu begeistern. Füllt den ersten Teil des Konzerts noch komplett ein Stück namens Karussell, das das Duo für das Ballett „Bang on it!“ am Nationaltheater Mannheim geschrieben hat, wird es im zweiten Teil grooviger, melodiöser, ironischer. Die Pop-Vergangenheit – beide spielten lange für „Mardi Gras .bb“ – tritt zum Vorschein. Etwa in einer vertrackten Version des Iron-Butterfly-Klassikers „In a Gadda da Vida“. Ditzner trommelt den Rhythmus auf zwei Plastikschweinen, aus deren Oinken sich ein mitreißender Beat entwickelt. Lehmann bekommt ordentlich Beifall bei Albert Aylers „Ghosts“, das er per Saxofon ganz sachte ins Ziel geleitet. Da wirkt der 45-Jährige, der als Simpson-Bösewicht „Sideshow Bob“ durchgehen könnte, nicht mehr so zwielichtig. Auch Ditzner, bei „Mardi Gras .bb“ gerne mit den Worten vorgestellt: „Eben noch ein Flugzeug entführt, jetzt hier am Schlagzeug“, ringt sich hinter der verspiegelten Sonnenbrille ein Lächeln ab.

 

Jazzkritiker (u.a.) Rainer Köhl zu Netnartsinim in der Klapsmühl (Konzertkritik)

„Es ist immer wieder erquicklich, wenn sich Musiker aus der Region spontan zusammentun, um etwas Neues und Erfrischendes entstehen zu lassen. So verhielt es sich im Falle von „Netnar Tsinim“, einem neuformierten Quartett, das nun zur Saisoneröffnung der IG-Jazz-Reihe in der Mannheimer Klapsmühl am Rathaus auftraten.
Alexandra Lehmler hat ihr eigenes Quintett, mit dem sie ihre Kompositionen spielt. Sie wollte nun etwas anderes nebenbei, etwas, das vor allem großen Spaß und gute Laune bringt. So gründete sie mit Gleichgesinnten „Netnar Tsinim“, die sich fröhlichen, oft exotischen Melodien und Rhythmen verschrieben haben, Schlagermelodien aus Südamerika oder Osteuropa. Rumbas, Tangos und Walzer: Rhythmen, die ins Tanzbein und Melodien, die zu Herzen gehen. Die Idee, diese Band zu gründen, kam bei einer Hochzeit. Dort spielte der Bräutigam, Bernhard Vanecek, mit dem neuen Schwager, Matthias Debus auf, und die Sache war „geritzt“. Erwin Ditzner, der mit den Vanecek-Brüdern ein Trio unterhält, ist der vierte im Bunde. Und wo Ditzner mitmischt, ist Lakonisches und Minimalistisches angesagt. Eben das ist das Grundmoment in der Musik von „Netnar Tsinim“, das so viel bedeutet wie „Ministranten“ rückwärts gelesen. Auf ein Harmonieinstrument verzichtet das Quartett bewusst, um die Kontrapunktik eines zweistimmigen Bläsersatzes auszureizen. Tatsächlich ergänzen sich das Sopransaxophon von Lehmler und die Posaune von Vanecek klanglich ganz vortrefflich, und die hinreißenden Arrangements von Debus tun ein übriges, um die Laune hoch zu halten. Den süßen Melodien wird der Zuckerguss verweigert, wird eher eine zartbittere Geschmacksnote angestrebt. Leise Melancholie und Schwung, Sehnsucht und aufgeweckte Laune durchdrangen sich ganz wunderbar in dem Walzer „La passionara“, und von da aus wurden exotische melodische Gefilde fortgesponnen: ornamentreich geschlängelt im Sopransaxophon, und auch Matthias Debus nutzte den resonanzreichen, warmen Klang seines Kontrabasses, um aparte arabische Melodien in Schwingung zu versetzen. Freiraum zum Improvisieren nehmen sich die Musiker genug: immer im Geist der Vorlage und doch weit genug entfernt davon, um eigene Gedanken mit hineinzubringen.
Bernhard Vanecek ist ein klassisch ausgebildeter Alleskönner, der die Abwege der improvisierenden Musik gut kennt und reiche Klangfacetten ins Spiel bringt. Die afrikanischen Melodien in Joe Zawinuls „Black market“ begannen fröhlich zu tanzen im fantasiereichen und unaufgeregten Spiel des Quartetts, das immer gewieft und voller feinem Spielwitz daherkommt. Weitere Farben und auch schön dissonante Harmonien kamen doch noch hinein durch das Melodica-Spiel von Vanecek. Schemenhaft und wie aus dem Nebel steigend, wundersam angeschrägt – so begann Piazzollas „Oblivion“, in einem Spiel voller understatement. Minimalistisch ist das Schlagzeugspiel von Ditzner von Haus aus – hier noch pointiert dadurch, dass er einzig eine Snaredrum und darauf ein Bongopaar platzierte. Was für raffinierte Polyrhythmik und vielfältige Farben sich darauf erreichen lässt, das ließ der drummer mit percussivem Spiel immer wieder fesselnd deutlich werden, federleicht und komplex zugleich trommelnd.“

 

Christian Gaier über das Ditzner Twintett

 

Jazzkritiker (u.a.) Rainer Köhl zum Konzert der Ditzner Lömsch Duos in der Reihe „Nightmoves“ im Theatercafé des Nationaltheater Mannheim

Eine gemeinsame CD dieses Duos war lange schon fällig. Jetzt haben der Speyerer Klarinettist/Saxophonist Lömsch Lehmann und der Schlagzeuger Erwin Ditzner ihre Gleichgesinntheit in die Tat umgesetzt, sich zum Duo vereint und eine CD herausgebracht. Beim Duo-Auftritt in der Reihe „Night moves“ im Café des Mannheimer Nationaltheaters wurden die Stücke der neuen CD einem begeisterten Publikum vorgestellt.

Als Mitglied der Avantgarde-Jazzband „Underkarl“ ist Lömsch Lehmann genauso bekannt wie durch die Klezmerband „Freygish Brothers“. Erwin Ditzner, einer der umtriebigsten Schlagzeuger der Region („Coleümes“ u.a.) ist ebenso wie Lehmann ein musikalischer Freigeist, der dem Groove und dem Free Jazz gleichermaßen verpflichtet ist. „Schwoine“ heißt die CD und die meint sicher die beiden Schweinchen, die hier mit sind von der Partie. Zwei Quietsche-Schweinchen, die Ditzner gerne als Percussionsinstrumente nutzt. Sie lustvoll grunzen und quieken lässt oder sie als Drumsticks benutzt und mit ihnen trommelte. So gab es eine ausgesprochen schweinische Version des „Iron-Butterfly“-Klassikers „In-A-Gadda-Da Vida“, wo auch das Baritonsaxophon ins Grunzen kam.

Überhaupt spielt neben Eigenkompositionen eben auch Fremdmaterial eine nicht unwesentliche Rolle im Programm. „Up from the skies“ von Jimi Hendrix kommt als lakonisch swingender Klarinetten-Blues daher, geisterhaft leise und schemenhaft erscheint Albert Aylers‘ „Ghosts“. Immer ist es ein sehr spielerischer und lustbetonter Umgang mit dem Notenmaterial, den das Spiel der beiden bestimmt. Rockige Riffs und Beats, federleicht Swingendes, Freejazz oder auch mal jauchzend einherdudelnder Klezmer: alles erklingt mit unverbrauchter Frische, fantasiereichen Verbiegungen und Brechungen. Dabei zeigten sich die beiden bei ihrem Auftritt als Meister der unkonventionellen Klangbildung. Die Teilstücke seiner demontierten Klarinette spielte Lehmann gerne auch mal gleichzeitig und zweistimmig, gewann einer ethnischen Flöte zeitgenössische Spieltechniken ab, sprach und brabbelte ins Mundstück seines Saxophons und unternahm vieles mehr, um sein Klanginventar auszuweiten. Dazu gehören freilich auch die quietschenden und erregt schnatternden Überblastöne, die er dem Tenor- und Baritonsaxophon energiereich abgewinnt. Fahle Trillersequenzen und Flageoletts, druckvolle Dauertöne mit Zirkularatmung erzeugt und in alle Himmelrichtungen geschickt: Lehmanns Spiel ist immer erfindungsreich und bewegt sich an den Rändern zwischen Klang und Geräusch.

Sehr percussiv ist das Schlagzeugspiel von Ditzner immerzu. Gleich, ob er die Rhythmen am Trommelrand klackern, auf den dunklen Registern der Toms dumpf pulsieren lässt oder sie untergründig mit dem Besen verwischt – immer erhält sein Spiel eine stark beredte Qualität. Das wirkte nicht selten fesselnd rituell und schamanisch. 87 handgemachte Klingeltöne hat das Duo auf einer zweiten CD (beim gleichen Label) ediert: jingleartige, gewitzte Melodien und eine davon gab es nun auch live zu hören

 

Radnai Rudolf

A két kiváló, briliáns technikájú jazz zenész Erwin Ditzner és Lömsch Lehmann két lemezét csak nyitott ízlésű, jó humorérzékű és erős idegzetű hallgatóknak javasoljuk. Neki viszont nagyon ajánljuk! A Klingeltöne CD kislemez 20 perc időtartamú, és 87 csengőhangot tartalmaz. A mobiltelefon mániákus rajongói valószínűleg nem örülnének bármelyiknek, de jó hangrendszeren hallgatva az elképesztő minőségű effekteket bizony beléjük lehet szeretni. A kislemezt a fixcel kiadó vezetője Frank Schindelbeck csak előjátéknak szánta ezért is viseli a lemez a 000 sorszámot.A Schwoine (Disznók) című lemez viszont már igazi free jazz gyöngyszem. Szinte hihetetlen, hogy milyen tökéletesen röfög, csámcsog, dübörög a saxofonos és az ütőhangszeres virtuóz az egyes számok elején. Két tökéletes összhangban zenélő, bohóckodó művészt ihletett alkotása ez a lemez, amely igazi kellemes és önfeledt kikapcsolódást nyújthat a jazz zene rajongóinak.

 

notes:

In der Maiausgabe von notes ist über Schwoine zu lesen: „…Energiebündel von Musik ist das… Sehr dynamisch und dabei luftig produziert…hören wir auch viel Eigenes – im wahrsten Sinne des Wortes. Wer sich von „Schwoine“ mitreissen lässt, sollte unbedingt auch das „Klingeltöne“-Album des kreativen Duos … auschecken.

 

Mannheimer Morgen

Besser hätte es einen Montagabend nicht treffen können, als von solch zwei herzhaften Musikgeschossen größten Kalibers bespielt zu werden….sorgten die beiden tonalen Schwergewichte für zwei Stunden Konzertzeit mit schier überbordendem Spieldrang

…Eine große Liebe zum Rhythmus lässt Erwin Ditzner am Schlagzeug kräftige Beatschwünge ausheben, während Lömsch Lehmann dermaßen spielwitzig von Melodiestück zu freiem Tonfall springt, dass selbst der noch so harmonieverliebte Jazzschlager-Flaneur zu einem eingeschworenen Experimentalisten wird…

Vom titelgebenden Song „Schwoine“ bis zum abschließenden „Blech“ beeindruckten an diesem Abend die lautstarke Neugier und der professionelle Unernst der beiden einheimischen Großmusiker, die sich zu einem fulminat eigensinnigen Duett zusammengespielt haben. Auf ihrer Myspace-Seite heißt es: „Klingt wie… nothing else (nichts sonst)“ Das kann mal wohl so stehen lassen…

Bernd Mand

Jazzthing

„Die Improvisationsmusik von Erwin Ditzner (drums) und Lömsch Lehmann (Tenorsaxofon und Klarinette) ist klasse: keine kopfigen Avantgarde-Experimente, vielmehr ein munterer Schlagabtausch zwischen zwei gleichberechtigten Partnern. So wird zum Beispiel Albert Aylers Free-Jazz-Hymne „Ghosts“ zu einem heiteren, auf das Wesentliche reduzierter Kammer-Jazz“

Martin Laurentius

 

 

Jazzpages

„Eigentlich fängt es ganz harmlos an: Ein fein swingendes kleines Schlagzeug, eine melodisch klingende Klarinette – so richtig anheimelnd, auch wenn das Instrument zwischendurch leicht überblasen wird. „Up from the skies“, jene Nummer von Jimi Hendrix, eröffnet die CD „Schwoine“ des Duos Erwin Ditzner und Bernd Lömsch Lehmann. Ein sanfter Ausklang.

….

Die Musik des Duos ist auf faszinierende Weise doppelbödig: Treibender Groove und raffinierte Melodiebearbeitungen wie in „In A Gadda Da Vida“ oder „Leon P.“ sind Belege für einen souveränen Umgang mit der freien Improvisation und deren Einbindung in ein dialektisch geformtes Konzept der dreifachen Aufhebung: Aufheben im Sinn der Auflösung überholter Bindungen bei gleichzeitigem Bewahren von Bewährten und Aufheben des so Gewonnen auf eine neue künstlerische Ebene.“

Klaus Mümpfer

Reutlinger Nachrichten

 

PDF

Kulturprotokoll.de schreibt:

Und mit Gauguet und Kittel war der Höhepunkt des 4. Stuttgarter Saxopohnfestival noch nicht einmal erreicht. Denn nach den beiden Franzosen ging es mit Bernd (Lömsch) Lehmann und Erwin Ditzner erst richtig rund. Schon für den Haarschnitt hätte Lömsch Lehmann vollkommen zu Recht Eintritt verlangen können; Erwin Ditzner wirkte mit Vollbart und Kompottkappe muezinhaft schräg, und cool (Fotostrecke). Und als dann die ersten Töne erklangen, da wußte ich, was wirkliche Musik sein kann. (Der Ehrlichkeit halber muss ich jetzt gestehen, dass mir besonders im Fall von Lehmann und Ditzner die Worte fehlen, um das zu beschreiben, was ich gehört und gesehen habe. Das war Musik, die dem Oberbegriff “Freejazz” eine neue Bedeutung gibt. Es war beeindruckend, mitreißend, orgiastisch, extatisch, ausufernd wahnsinnig. Ich bin ehrlich dankbar, dass ich so etwas erleben durfte. Einfach große Klasse! Super!!!!)